02.09.2026Roadmap für die Energiezukunft PV-Anlagen - Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Hamm-Lippstadt und der Soester Bauverein eG
130 Jahre Erfahrung – und eine klare Roadmap für die Energiezukunft
Mit ihrer Gründung im Jahr 1896 blickt die Soester Bauverein eG auf eine rund 130-jährige Geschichte zurück. Heute bewirtschaftet die Genossenschaft 306 Wohnungen und zählt mehr als 400 Mitglieder.
Um die bestehenden Dachflächen nach Möglichkeit mit PV-Modulen auszustatten, haben wir seit Anfang Juli wir eine Grobanalyse durchgeführt und diese zeigt bereits das Potenzial:
· 68 Gebäude wurden betrachtet
· 95 Dachflächen wurden analysiert
· Voraussichtlich gibt es Platz für rund 2000 PV-Module
· Knapp 1 MWp installierbare Leistung
· Rund 775.000 kWh prognostizierter Solarstrom pro Jahr
Doch ein geeignetes Dach allein macht noch kein sinnvolles PV-Projekt. Entscheidend ist, wie gut Erzeugung, Stromverbrauch, Eigenverbrauch und mögliche Speicherlösungen zusammenpassen.
Um besser belastbare Aussagen zu bekommen müssen die Randparameter genauer betrachtet werden.
• Wie viel des erzeugten Solarstroms kann direkt vor Ort genutzt werden?
• Wie entwickeln sich der Strombedarf durch E-Mobilität und der erwartete Hochlauf der Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren?
• Bei welchen Gebäuden ist ein Batteriespeicher dann technisch und wirtschaftlich sinnvoll?
• Welche Möglichkeiten bietet der § 42 EnWG mit Mieterstromverträgen, gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung oder dem neuen Energy Sharing? (Letzteres eröffnet seit dem 1. Juni 2026 die gemeinsame Nutzung erneuerbaren Stroms über das öffentliche Verteilnetz – wodurch perspektivisch auch Mieterinnen und Mietern in Gebäuden mit weniger geeigneten Dachflächen lokal erzeugter Solarstrom zugutekommen könnte.)
• Welche Gebäude sollten auf dieser Grundlage in den kommenden zwei bis drei Jahren priorisiert werden?
Herr Lutters von der Hochschule Hamm-Lippstadt trug die Ergebnisse vor. Anwesend hierbei, teilweise per Video, waren von der Soester Bauverein eG Herr Jäschke (Vorstandsmitglied) und die Mitarbeiterinnen Frau Bertram, Frau Veltins und Frau Brüggemann, welche zugleich als Projektleiterin fungiert, sowie von der Hochschule Hamm-Lippstadt Frau Prof. Dr. Nocke und Herr Schulte. Es wurden im Anschluss die Guidelines der Genossenschaft und die Anforderungen aus dem Gebäudebestands erörtert.
In einem zweiten Schritt wird nun im Rahmen einer Bachelorarbeit die Hochschule Hamm-Lippstadt unter wissenschaftlicher Begleitung von Frau Prof. Dr.-Ing. Nocke und Herrn Lutters ein „Best-Fit“-Szenario erarbeitet.
Das Ziel:
Keine Photovoltaik nach dem Gießkannenprinzip, sondern eine belastbare Roadmap, die ökologische Wirkung, technische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit miteinander verbindet. Berücksichtigt werden soll ebenfalls das Interesse aus der Mieterschaft.
Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!